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Pflanzen  / Vielstoffprinzip

Vielstoffprinzip

Die pharmakologische Wirkung Tibetischer Rezepturen ist im Vorkommen von so genannten sekundären Pflanzenstoffen begründet. Damit schützen sich Pflanzen  vor Schädlingen oder bedienen sich ihrer als Farb-, Duft- oder Lockstoffe bei der Fortpflanzung. Wichtige Vertreter von nützlichen sekundären Pflanzenstoffen, so genannten Phytamine, sind:

  • Gerbstoffe (Tannine): u.a. entzündungshemmend, antioxidativ
  • Farbstoffe (Flavonoide): u.a. immunmodulierend, antimikrobiell, antioxidativ
  • Ätherische Öle (Terpene): u.a. spasmolytisch, entzündungshemmend, antimikrobiell
  • Bitterstoffe: u.a. leber- und verdauungsfördernd
  • Scharfstoffe: u.a. appetitanregend, schmerz- und entzündungshemmend

Tibetische Pflanzenmischungen zeichnen sich nicht nur durch ihren Reichtum an wirkungsvollen Bestandteilen, sondern auch durch die geringe Dosierung der einzelnen Stoffe aus. Darin unterscheiden sie sich von den heute überwiegend hoch dosierten Einzelextrakten der modernen Phytomedizin. Die Zusammensetzung Tibetischer Arzneimittel beruht auf einem ausgeklügelten System: Rezepturbestandteile sind so aufeinander abgestimmt, dass sie sich in ihren positiven Eigenschaften unterstützen, mögliche unerwünschte Nebenwirkungen jedoch durch kluges Mischen reduziert werden.

Durch ihre Stoffvielfalt setzen diese Rezepturen unzählige Signale im Körper frei, welche wiederum unterschiedliche Stoffwechselprozesse beeinflussen. Man spricht in diesem Falle auch von einer „multi-target“ oder vielschichtigen Wirkung. Der „multi-target“-Ansatz scheint gerade bei der Bekämpfung von komplexen Zivilisationskrankheiten wie der Arteriosklerose etc. ein vielversprechender Ansatz zu sein. Die Tibetische Medizin könnte hier dank ihres über Jahrhunderte erworbenen und erprobten Wissens neue Wege bei der Behandlung dieser komplexen Krankheiten aufzeigen.