Bockshornklee (Trigonella foenum-graecum L.)
Wissenschaftlicher Name
lat. Trigonella foenum-graecum L. Der lateinische Name foenum-graecum bedeutet "griechisches Heu".
Umgangssprachliche Namen
Griechisch(es) Heu, Kuhhornklee, Ziegenhorn, Hirschwundkraut, Rehkörner, feine Grete, Filigrazie, Schöne Margreth, Siebenzeiten, Stundenkraut, Methika und Philosophenklee
Familie
Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Vorkommen
Heimisch im gesamten Mittelmeergebiet von der Iberischen Halbinsel bis in die Ukraine, Vorderasien, Vorderindien und China, afrikanische Mittelmeerküste südlich bis Äthiopien. Anbau in Südfrankreich, Türkei, Nordafrika, Indien und China.
Botanische Beschreibung
Der einjährige Bockshornklee bildet eine lange, senkrechte Pfahlwurzel. Das Kraut der Pflanze wird ca. 10-50 cm hoch. In den Blattachseln blühen von April bis Juli längliche Blüten in blassgelber, selten violetter Farbe. Aus ihnen entwickeln sich die bis zu 10 cm langen, hornförmigen Hülsen. Sie enthalten die harten, rechteckigen Samen (je 4 bis 20 Stück), die schwach salzig schmecken. Die gesamte Pflanze sondert einen intensiven Geruch ab.
Geschichte
Der Bockshornklee ist eine uralte Medizin- und Gewürzpflanze, deren Anwendung von Nordafrika bis China dokumentiert ist. Unter dem chinesischen Kaiser Shin-nong, 3700 v. Chr. galten die Samen als das beste schleimlösende Arzneimittel. Über Indien, Arabien und Persien gelangte die Pflanze nach Ägypten, wo sie um 1550 v. Chr. als Mittel gegen Brandwunden Erwähnung fand. Die alten Ägypter verwendeten den Bockshornklee auch zum Räuchern und Einbalsamieren ihrer Mumien.
Hildegard von Bingen (1098 bis 1179) setzte die Samen als Heilmittel gegen Hautkrankheiten ein. Pfarrer Kneipp (1821 bis 1897) lobte die Pflanze ("…zum Auflösen von Geschwülsten und Geschwüren") und kurbelte damit die Nachfrage stark an. Der Samen des Bockshornklees gilt in der Volksheilkunde auch als nützlich bei Husten und Appetitlosigkeit. Im Nahen und Fernen Osten, in Nordafrika und Spanien wird der Bockshornklee als beliebtes Gewürz in der Küche verwendet.
Verwendete Pflanzenteile/Wirkstoffe
Die reifen, getrockneten Samen heissen "Bockshornsamen". Sie enthalten 25 bis 40 % Schleimstoffe und 2 bis 3 % Steroidsaponine. Meistens werden die Samen als Pulver eingenommen. Für die Anwendung bei Husten werden keine Tees, sondern Kaltwasserauszüge (sog. Mazerate) zubereitet, um die Schleimstoffe schonend herauszulösen.
Wirkung
Die Bockshornsamen zeigten in experimentellen und kleinen klinischen Studien Cholesterin und Blutzucker senkende, Insulin stimulierende und Appetit fördernde Wirkungen.
Bedeutung in der Tibetischen Medizin
Bockshornsamen werden in der Tibetischen Medizin nicht häufig eingesetzt. Sie sind aber gut dokumentiert.
Name: Su mo za
Geschmack: bitter und süss
Wirkprinzip: wärmend
Anwendungsbereiche: Su mo za trocknet Eiter in der Lunge, stoppt kalten Durchfall, dämpft die Wind-Energie, löst Schleim, aktiviert die Gallen-Energie, erzeugt Nierenwärme und fördert die Vitalität.



