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Pflanzen  / Pflanzenportraits

Chebulische Myrobalane (Terminalia chebula Retz)

Myrobalane
Myrobalane

Wissenschaftlicher Name

Terminalia chebula Retz

Umgangssprachliche Namen

Pflanze: Chebulische Myrobalane, grosser Myrobalanenbaum; Früchte: Terminalia, Haritaki (Sanskrit = heilige Frucht von Shiva), in Tibet: Arura, auch Frucht des langen Lebens genannt.

Familie

Flügelsamengewächse (Combretaceae)

Vorkommen

Der Baum wächst in Laubwäldern an trockenen Hängen in diversen asiatischen Regionen (Indien, Nepal, Burma, China und Bangladesch). Die Früchte stammen aus Wildsammlung oder Anbau.

Botanische Beschreibung

Die Chebulische Myrobalane ist ein mittelgrosser Laubbaum mit ovalen bis elliptischen Blättern. Charakteristisch für die Pflanze sind die hängenden, zwei bis vier Zentimeter grossen Steinfrüchte, die im reifen Zustand an grüne Oliven erinnern. Getrocknet gleichen sie eher einer Muskatnuss, wobei die Farbe von schwarz über orangebraun bis zu gelb variieren kann.

Geschichte

Es ist wenig über die Verwendung der Chebulischen Myrobalane in der europäischen Arzneimittelgeschichte bekannt. Gesichert ist, dass die Pflanze als Gerb- und Färbemittel eingesetzt wurde. In der Chinesischen Medizin ist sie seit 1000 Jahren bekannt und wird verwendet gegen: Durchfall, Kopfschmerzen, Menstruationsbeschwerden, Verdauungsstörungen, Gelbsucht, Verstopfung, Hämorrhoiden, Behandlung von Wunden, zum Gurgeln bei Halsentzündungen und als allgemeines Stärkungs-Tonikum. Gewisse Quellen schreiben ihr verjüngende oder lebensverlängernde Eigenschaften zu.

Reife Myrobalanenfrucht
Reife Myrobalanenfrucht

Verwendete Pflanzenteile/Wirkstoffe

Verarbeitet werden die reifen oder halbreifen Früchte, in getrockneter Form. Sie verfügen über einen ausserordentlich hohen Gerbstoffgehalt von bis zu 45%. Die Früchte enthalten ausserdem reichlich Aminosäuren und verfügen über einen bis zu 40%igen Anteil an fetten Ölen.

Wirkung

In Laborversuchen konnte eine antibakterielle, immunmodulierende, stark antioxidative sowie herzstärkende Wirkung der Steinfrüchte nachgewiesen werden. Gemäss wissenschaftlichen Untersuchungen verfügen sie ausserdem über einen anti-arteriosklerotischen Effekt sowie eine den Cholesterinspiegel senkende Wirkung.

Getrocknete Myrobalane
Getrocknete Myrobalane

Bedeutung in der Tibetischen Medizin

Die Myrobalane hat in der Tibetischen Medizin eine zentrale Bedeutung. So hält Buddha Shakyamuni, der Meister der Heilmittel, stets Myrobalanenfrüchte und –zweige in seinen Händen. Versierte Ärzte können den Früchten je nach Standort, Reifezustand oder Sammelzeitpunkt unterschiedliche medizinische Eigenschaften zuordnen. Zudem gibt es für die einzelnen Fruchtbestandteile wie Haut, Fruchtfleisch, Steine etc. unterschiedliche Indikationen.

Name: Arura
Geschmack: Die legendäre Arura zu Zeiten Buddhas - die vollkommene Frucht – soll alle 6 Geschmacksrichtungen bitter, süss, sauer, adstringierend, scharf und salzig in sich vereint haben. Heute wird ihr der salzige Geschmack abgesprochen.
Wirkprinzip: neutral
Eigenschaften: kalt, stumpf, trocken, rau, schneidend, scharf, bewegend

Anwendungsbereiche: Ganz allgemein werden die Früchte dank ihrer neutralen Wirkkraft bei kombinierten Störungen aller drei Energien (Beken, Tripa und rLung) wie auch bei Kälte– und Hitzekrankheiten eingesetzt. Ausserdem werden Arura lebenspendende, nährende und den Körper kräftigende Wirkungen zugeschrieben. Aus diesem Grund sind die Früchte als ausgleichende Komponenten in vielen Rezepturen enthalten.