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Pflanzen  / Pflanzenportraits

Indische Gewürzlilie (Kaempferia galanga L.)

Blühende Indische Gewürzlilie
Blühende Indische Gewürzlilie

Wissenschaftlicher Name

Kaempferia galanga L.

Umgangssprachliche Namen

Indische oder Chinesische Gewürzlilie, Fingerwurz, Kentjur-Pflanze, auch Kentjoer oder Tjekoer. Manchmal wird die Pflanze fälschlicherweise als kleiner Galgant bezeichnet.

Familie

Ingwergewächse (Zingiberaceae)

Vorkommen

Heimisch in Indien, Anbau in Indien, auf Java und im Sudan

Botanische Beschreibung

Die Indische Gewürzlilie bildet grosse, stengellose Blätter aus, in deren Mitte eine kleine orchideenartige Blüte wächst. Ihre Farbe kann zwischen violett und weiss variieren.

Das Rhizom, ein unterirdisches Vermehrungsorgan, ist etwa 2 cm gross und kugelförmig. Auffällig sind die vielen dünnen wurzelartigen Ausläufer, die wie Finger alle in die gleiche Richtung wachsen. Diese "Finger" sind höchstens einen Zentimeter dick, aber bis zu 10 cm lang. Kaempferia galanga ist eine mehrjährige Pflanze. Die Gattung "Kaempferia" ist nach dem deutschen Botaniker und Arzt Engelbert Kaempfer benannt (1651 bis 1716).

Geschichte

Die Indische Gewürzlilie ist seit dem Mittelalter bei uns bekannt. Sie wurde wegen ihres scharfen Geschmacks z.B. zum Würzen von Gerichten eingesetzt. Samuel Hahnemann nannte die Pflanze "Galgantkämpfer" und schreibt, sie sei früher wie der kleine Galgant verwendet worden.

Getrocknete Rhizome der Gewürzlilie
Getrocknete Rhizome der Gewürzlilie

Verwendete Pflanzenteile/Wirkstoffe

In vielen asiatischen Ländern wird das Rhizom als Heil- und Gewürzpflanze eingesetzt. Der Wirkstoff ist als "Kaempferia galanga Rhizom" bekannt. In der traditionellen asiatischen Medizin wird es gegen Bluthochdruck, Husten, Infektionen der oberen Atemwege, Magen- und Verdauungsbeschwerden, Malaria, Depressionen sowie bei Fieber und Rheuma angewendet. Auch als Haarwaschmittel gegen Schuppen leistet das Rhizom gute Dienste.

Vermutungen zufolge wird diese Pflanze in Papua Neuguinea unter der Bezeichnung "Maraba" psychoaktiven Pflanzenmischungen beigefügt. Wegen ihrer anregenden und Wärme erzeugenden Eigenschaften unterstützt sie die Wirkung von schamanischen Ritualen. Eine halluzinogene Wirkung des Rhizoms selbst konnte bisher nicht nachgewiesen werden.

Wirkung

Die Gewürzlilie enthält ätherisches Öl mit den Hauptkomponenten Zimtsäureethylester und p-Methoxyzimtsäureethylester. In experimentellen Studien zeigten sich folgende Eigenschaften: antibakterielle, antivirale, antioxidative und gefässerweiternde Wirkungen.

Bedeutung in der Tibetischen Medizin

In der Tibetischen Medizin werden unter der Bezeichnung sga skya sowohl die Indische Gewürzlilie als auch das Rhizom des Ingwergewächses Hedychium spicatum verwendet.

Name: sga skya oder sga smug
Geschmack: scharf, bitter und adstringierend
Wirkprinzip: wärmend

Anwendungsbereiche: Die Pflanze wird in der Tibetischen Medizin allgemein bei kombinierten Wind-Schleimstörungen, insbesondere bei Störungen der Verdauungshitze sowie zur Auflösung von Blutgerinnseln eingesetzt.