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Pflanzen  / Pflanzenportraits

Echter Alant (Inula helenium L.)

Wissenschaftlicher Name

Lat. Inula helenium L. Der Name soll aus dem lateinischen inula stammen und vom griechischen hinaein abgeleitet sein, was soviel wie ausleeren, reinigen bedeutet. Helenium wird auf das griechische Wort Helios = Sonne oder helenion = kleiner Korb zurückgeführt und beschreibt das Aussehen der Blüte. Die Pflanze wird auch mit der Tochter von Zeus und Leda in Verbindung gebracht. Laut Sage hielt Helena einen Strauß Alant bei ihrer Entführung in den Händen (Helenenkraut) und gab der Pflanze damit ihren Namen.

Umgangssprachliche Namen

Brustalant, Darmwurz, Edelwurz, Echter Alant, Glockenwurz, Grosser Heinrich, Helenenkraut, Odinskopf, Schlangenwurz

Familie

Korbblütler (Asteraceae)

Botanische Beschreibung

Der Alant ist eine mehrjährige Pflanze. Aus einem knolligen Wurzelstock entspringt ein gut 2 m hoher, behaarter Stängel, der sich erst im oberen Teil verzweigt. Die Blätter des krautigen Gewächses werden bis zu 80 cm lang und sind an der Unterseite filzig behaart. Die Blütezeit dauert von Juni bis Oktober. Die gelben Blütenköpfe können bis zu 7 cm gross werden. In der Mitte des Köpfchens stehen die kurzen, zweigeschlechtlichen Röhren- oder Scheibenblüten, am Rand die langen, dünnen, weiblichen Strahlen- oder Zungenblüten. Die Blüte sieht manchmal ein wenig "zerzaust" aus.

Vorkommen

Der echte Alant war ursprünglich wahrscheinlich in Zentralasien heimisch. Als Bauerngartenpflanze hat er sich dann in Europa, Kleinasien, Nordamerika und Japan versamt. Er wächst an Hecken, Wiesengräben, Weg- und Waldrändern. In Europa und den USA wird die Pflanze angebaut.

Geschichte

Der Alant gehört zu den ältesten bekannten Heilkräutern überhaupt, obgleich es nicht sicher ist, ob die bei Theophrast und den Hippokratikern "Helenion" genannte Pflanze dem echten Alant entspricht. In der Antike wurde die "Helenion" gegen Husten, Krämpfe, Blähungen und Magenschwäche verschrieben. Alantwurzeln fanden damals Anwendung als Gewürz für Süssspeisen und Magenbitter. Der Geschichtsschreiber Plinius der Ältere beschrieb die Zubereitung eines Magenmittels und erwähnte, dass die Gattin von Kaiser Augustus dank der Alantmischung 88 Jahre alt wurde. Bei den Römern durfte Alant als Gewürz in keiner Küche fehlen. Im Mittelalter schätzte man die Pflanze als herzstärkendes, nieren- und blasenreinigendes, schleim- und galleabführendes Allheilmittel. In der Europäischen Volksheilkunde steht der Einsatz bei Lungenleiden und Husten im Vordergrund, gefolgt von Beschwerden im Magen, Darm, an Galle, Leber, Blase und Niere. Hervorgehoben werden auch Blähungen, Gelbsucht, Harnverhaltung, Durchfall und Wurmkrankheiten. Frische Alantblätter sollen, auf Wunden gelegt, die Heilung fördern.

Verwendete Pflanzenteile / Wirkstoffe

Medizinisch kommen die Wurzeln (Helenii rhizoma) und in der Volksmedizin auch die Blätter zum Einsatz, wobei die oberirdischen Pflanzenteile nicht annähernd so gut untersucht sind wie die Wurzeln. Pharmazeutisch bedeutsam ist das ätherische Öl mit den bitteren Sesquiterpenlactonen als Hauptkomponenten. Zu diesen zählen das Alantolacton und das Isoalantolacton sowie deren Abkömmlinge. Diese Stoffgruppe wurde früher auch als Helenin oder Alantkampfer bezeichnet. Sie ist für gelegentlich auftretende Kontaktallergien verantwortlich. Die Alantwurzel enthält als Reservestoff das Polysaccharid Inulin (bis zu 44%). Es dient als Grundstoff zur Herstellung von Fructose und begünstigt das Wachstum von Bifidusbakterien im Darm, welche ihrerseits das Immunsystem aktivieren. Ferner sind im Alant Wachse und Harze zu finden.

Wirkung

Basierend auf experimentellen Erkenntnissen wirkt die Alantwurzel antimikrobiell, wurmabtötend, spasmolytisch (auf Darmmuskulatur) und Krebs hemmend. Die Förderung von Auswurf und Harnausscheidung sind experimentell und klinisch belegt. Für die gallentreibende Wirkung gibt es noch keine gesicherten experimentellen Belege.

Bedeutung in der Tibetischen Medizin

In tibetischen Schriften wird der traubige Alant (Inula racemosa Hook. f.) erwähnt. Er ist mit dem echten Alant verwandt und verfügt über ein vergleichbares Wirkprofil.

Name: Ma nu
Geschmack: süss bis bitter
Wirkprinzip: wärmend

Anwendungsbereich: Ma nu wird in der Tibetischen Medizin allgemein bei kombinierten Schleim-Gallestörungen, insbesondere bei Blut-Wind-Störungen (rLung), Appetitlosigkeit, Magenschmerzen sowie Verdauungsstörungen eingesetzt.