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Pflanzen  / Pflanzenportraits

Nelkenpfeffer (Pimenta dioica (L.) MERR.) 

Wissenschaftlicher Name

Pimenta dioica (L.) MERR. (Synonyme: Pimenta officinalis LINDLEY; Myrtus dioica L.; Myrtus pimenta L.; Pimenta (L.) H.KARST; Pimenta vulgaris LINDLEY).
 
Der Pflanzenname kommt aus dem spanischen „Pimienta“ (= Pfeffer), weil man den Pimentbaum früher für eine Art des Pfeffers gehalten hat. Der botanische Artname dioica weist darauf hin, dass die Pflanze diözisch, also zweihäusig ist. Dies bedeutet, dass es weibliche und männliche Bäume gibt.

Umgangssprachliche Namen

Nelkenpfeffer, Englischgewürz, Gewürzkörner, Jamaikapfeffer, Mutterkörner, Neugewürz, Piment, Wunderpfeffer, Allspice.

Familie

Myrtengewächse (Myrtaceae)

Botanische Beschreibung

Der Nelkenpfeffer ist ein immergrüner Baum mit schlankem Stamm und grauer Rinde, der eine Höhe von ca. 13 Metern erreicht. Seine Blätter sind immergrün, ledrig und länglich-lanzettlich (lanzenähnlich). Die Blüten sind klein und weiss. Daraus entwickeln sich rote Früchte mit süssem Fruchtmus. Die Frucht wird kurz vor der Vollreife geerntet, da sie sonst ihr Aroma verliert.

Vorkommen

Der Nelkenpfeffer ist in Zentralamerika, im Norden Südamerikas, in Westindien und Jamaika heimisch. Kultiviert wird er in Jamaika, Barbados, Kuba, La Réunion, Mexico, Honduras, Guatemala, Brasilien und Ostindien, wobei Jamaika Hauptlieferland ist.

Geschichte

Von den Ureinwohnern Zentralamerikas ist bekannt, dass sie Nelkenpfeffer nicht nur als Gewürz – zum Beispiel als Bestandteil von Schokolade, sondern auch zum Einbalsamieren Verstorbener verwendeten. In Europa erfuhr man vom Nelkenpfeffer erst mit Columbus’ zweiter Entdeckungsfahrt nach Amerika. Trotz der damals grossen Nachfrage nach Gewürzen, die seinerzeit mit Gold aufgewogen wurden, blieb Nelkenpfeffer lange weitgehend unbedeutend. Erst im 17. Jh. gewann das Gewürz an Bedeutung, als die Engländer 1655 Jamaika erobert und Anbauplantagen vorfanden. Von Jamaika gelangte der Nelkenpfeffer in grösseren Mengen nach England. Die Seefahrer von damals benutzten seine konservierenden Eigenschaften zum Haltbarmachen von Fisch und Fleisch. In der europäischen Volksmedizin findet er bei Blähungen, Magenschmerzen, Durchfall sowie Verstopfung Verwendung und hilft gegen Nervosität und Stress. Geruch und Geschmack von Nelkenpfeffer erinnern an Gewürznelken, Muskat, Pfeffer und Zimt, daher auch die Namen Allgewürz, Allspice Tout-épice. Die Lebensmittelindustrie setzt Nelkenpfeffer heute zum Würzen von Ketchup, Wurst, Dosenfleisch und Fischkonserven ein.

Verwendete Pflanzenteile / Wirkstoffe

Medizinisch werden die fast reifen, getrockneten, ganzen, zerstossenen oder gemahlenen Früchte (Pimentae fructus, früher Amomi fructus) sowie das aus den Früchten gewonnene ätherische Öl (Pimentae aetheroleum) verwendet. Das Öl setzt sich zur Hauptsache aus Eugenol (60-80%), Methyleugenol und Caryophyllen zusammen. Die Früchte enthalten ausserdem Palmitinsäure, Gerbstoffe und Flavonoide.

Wirkung

Das ätherische Öl des Nelkenpfeffers ist demjenigen von Gewürznelken in der chemischen Zusammensetzung sehr ähnlich. Beide wirken antimikrobiell, antibakteriell, antifungal, antiviral, lokalanästhesierend und spasmolytisch. Das ätherische Öl wirkt auch als natürliches Antioxidans, indem es Radikale fängt und Metalle bindet (cheliert).

Bedeutung in der Tibetischen Medizin

Der Nelkenpfeffer ist in der traditionellen Medizin Tibets unbekannt. Mit ihrer Verbreitung in Richtung Osteuropa Ende des 19./ Anfang des 20. Jh. ist der Nelkenpfeffer jedoch in die Tradition der buryatisch-tibetischen Medizin eingeflossen.