Kampferbaum (Cinnamomum camphora F. Nees et Eberm.)
Wissenschaftlicher Name
Lat. Cinnamomum camphora (L.) SIEB.
Umgangssprachliche Namen
Campherbaum, Kampferbaum, Kampferlorbeer. Das Wort Campher wird abgeleitet von den Bezeichnungen kapur (indonesisch) und karpura (Sanskrit), die möglicherweise einen gemeinsamen australo-asiatischen Ursprung haben.
Familie
Lorbeergewächse (Lauraceae)
Botanische Beschreibung
Der knorrig verzweigte, bis zu 40 m hohe Baum ist immergrün: Er trägt längliche bis elliptische Blätter, grünlichgelbe Blüten und purpurschwarze Früchte. Das Aussehen ähnelt dem einer Linde.
Vorkommen
Der Kampferbaum ist an den Küsten von Ostasien heimisch und wurde von dort in alle Kontinente eingeführt. Die Hauptmenge natürlichen Camphers liefern Japan und Taiwan.
Geschichte
Erste Erwähnung findet ‚Campher’ in chinesischen Schriften aus dem 3.Jh. Im Koran und in griechischen Texten aus dem 6. Jh. wird er ebenfalls erwähnt. Mit der Verbreitung der griechisch-arabischen Medizin im 12. Jh. wurde der ‚Campher’ in ganz Europa bekannt. Hildegard von Bingen (1098-1179) empfiehlt ihn, um die Nonnen aufmerksamer und geistig aufnahmefähiger zu machen. Im Mittelalter galt der Stoff als wertvolle Kriegsbeute. Seine kühlende Wirkung bei „hitzigen“ Krankheiten wurde u.a. von Paracelsus gelobt.
Mit ‚Campher’ wurde lange Zeit weissliches, grobkörniges Pulver bezeichnet, welches natürlicherweise in Hohlräumen bestimmter Bäume auskristallisiert. Als Quellen wurden vier Baumarten genutzt – der Kampferbaum (Cinnamomum camphora), zwei Dryobalanops-Arten und Blumea balsamifera. Heute bezeichnet man nur noch den Stoff des Kampferbaums, den Laurineen-Campher, als natürlichen Campher. Die aus den anderen Baumarten gewonnenen Stoffe bestehen vorwiegend aus Borneol.
Im 13. Jh. entdeckte man die antiseptische Wirkung des Laurineen-Camphers. Mit dem intensiven Einsatz zur Wundversorgung der Soldaten und der späteren Verwendung bei der Zelluloid- und Sprengstoffherstellung im 19. Jh. wurde der Laurineen-Campher zum begehrten, mit Handelsmonopol belegtem Stoff. Erst mit der Entdeckung der synthetischen Campher-Herstellung nahm die wirtschaftliche Bedeutung des Naturprodukts ab.
Verwendete Pflanzenteile/ Wirkstoffe
Laurineen-Campher besteht vorwiegend aus D-Campher sowie kleinen Mengen anderer Stoffe wie Eucalyptol und Borneol. Obwohl es sich um ein Gemisch handelt, gibt der Hauptbestandteil dem Stoff seinen Pharmakopöe-Namen: D-Campher. Zu seiner Herstellung werden seit dem 8. Jh. meist die oberirdischen hölzernen Teile oder Blätter des Kampferbaumes verwendet. Das ätherische Öl, welches in speziellen Ölzellen des Pflanzengewebes oder in Spalten und Ritzen des Holzes abgelagert ist, scheidet sich beim Aufkochen oder Destillieren der Pflanzenteile aus. Aus diesem Öl kristallisiert der Naturcampher beim Erkalten grösstenteils aus. Durch anschliessendes Zentrifugieren - oder früher Abpressen - wird er gewonnen. Die Ausbeute lässt sich durch weitere Destillationsschritte des verbliebenen Öls erhöhen. Naturcampher ist ein bröckeliges, kristallines Pulver mit intensivem eukalyptusartigem Geruch.
Wirkung
Seit Jahrhunderten wird Campher zur Anregung von Herz und Kreislauf verwendet. In der Phytotherapie ist Naturcampher bei Kreislaufstörungen eine wirksame und sichere Medikation. Geschätzt wird er auch bei akuten Infektions- und Erkältungskrankheiten. Innerlich angewendet wirkt er erregend auf das Atemzentrum und löst Verkrampfungen der Bronchien. Bei äusserlicher Anwendung verfügt der Campher über eine sekretlösende und durchblutungsfördernde Wirkung.
Bedeutung in der Tibetischen Medizin
In der Tibetischen Medizin gehört Campher zu den Holzarzneien, zu den Arzneien gegen heisse Krankheiten und zu den Arzneien gegen Galle-Störungen. Der Laurineen-Campher heisst Shel Gabur.
Name: Shel Gabur
Geschmack: bitter, scharf und adstringierend
Wirkprinzip: kühlend
Anwendungsbereich:
Shel Gabur besitzt laut Tibetischer Medizin kühlende Eigenschaften. Ausserdem verstärkt Gabur die Wind-Energie. Die Arznei reduziert entwickelte Fieber und eliminiert chronische und versteckte Fieber. In die westliche Medizin übertragen wirkt Gabur entzündungshemmend und anregend.




