Ringelblume (Calendula officinalis L. )
Wissenschaftlicher Name
Calendula officinalis L. abgeleitet vom lateinischen calendae, dem ersten Tag des Monats, vermutlich weil die Pflanze in vielen Monaten blüht.
Umgangssprachliche Namen
Feminell, Goldblume, Goldrose, Marienrose, Regenblume, Ringelrose, Sonnwendblume, Stinkerli, Studentenblume, Totenblume und Weckbröselchen (= Semmelkrümchen)
Familie
Korbblütler (Asteraceae)
Vorkommen
In ganz Mittel- und Südeuropa, Westasien und den USA. Hauptherkunftsgebiet für Blüten, welche zu medizinischen Zwecken verwendet werden sind die Balkanländer (orangegelbe) oder Syrien und Ägypten (orangerote).
Botanische Beschreibung
Die Ringelblume ist eine meist einjährige Kulturpflanze die 30 bis 50 cm gross wird. Sie bildet Stängel oder Seitenzweige aus, an deren Spitze ein Blütenköpfchen wächst. Jedes davon setzt sich aus vielen kleinen Zungenblüten zusammen, die sich kranzförmig um den Blütenboden legen. Aus den Blüten entwickeln sich die Samen, die wie Krallen mit Widerhaken aussehen. Mit diesen Haken hängen die Samen im Fell von Tieren fest, um zur Verbreitung der Pflanze beizutragen.
Geschichte
Die Ringelblume wird in Europa erst seit dem 12. Jahrhundert als Heilpflanze erwähnt. Ärzte empfahlen sie damals beim Biss wilder Tiere, Leber- und Milzverstopfungen. Äusserlich wurde der Blumensaft gegen Warzen und Krätze eingesetzt. Matthiolus (1560) war der erste Arzt, der die Calendula in der Krebstherapie als wirksam bezeichnete. Gut 200 Jahre später teilte auch der schwedische Arzt J. P. Westring (1817) diese Meinung. Die Heilpflanze wurde daraufhin so beliebt, dass sie die Drogisten und Apotheker fassweise an Lager nehmen mussten, um die Nachfrage zu befriedigen.
Traditionell sagte man der Ringelblume eine anregende, kräftigende, fiebersenkende und wurmvertreibende Wirkung nach. Ausserdem beschleunigt sie die Wundheilung (meist als Salbe), helfe bei Gelbsucht und Leberleiden, fehlender Regelblutung, Übelkeit, Verdauungsstörungen, Geschwüren, Herzklopfen und Ohrenentzündung.
Verwendete Pflanzenteile/ Wirkstoffe
Medizinisch kommen die Einzelblüten (Calendulae flos), die ganzen Blütenköpfchen (Calendulae flos cum calyce) oder die oberirdischen Teile (Calendulae herba) zum Einsatz. Pharmazeutisch bedeutsame Inhaltsstoffe sind die entzündungshemmenden Terpenalkohole, die wundheilenden Carotinoide, die antimikrobiellen ätherischen Öle, Flavonoide (Farbstoffe) und Saponine, sowie die immunstimulierenden Polysaccharide.
Wirkung
Basierend auf experimentellen Erkenntnissen wirkt die Ringelblume wundheilend, entzündungshemmend, antimikrobiell, antiviral, immunstimmulierend, krebshemmend, leberschützend und antioxidativ. Die Anwendung bei Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut sowie bei schlecht heilenden Wunden ist gut in der Fachliteratur verankert.
Bedeutung in der Tibetischen Medizin
Die Ringelblume gehört zur Gruppe der Pflanzen, die als Le-brgyen dmen-pa bezeichnet werden.
Name: Le-brgyen dmen-pa
Geschmack: süss bis bitter
Wirkprinzip: wärmend
Anwendungsbereiche
Le-brgyen dmen-pa heilt Wunden und vereiterte Lungen. Es regeneriert verletzte "Kanäle" (Nerven, Blut-, Lymphgefässe).



