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Pflanzen  / Pflanzenportraits

Galanga (Alpinia officinarum HANCE)

Wissenschaftlicher Name

Alpinia officinarum HANCE. Der Name Galgant soll vom chinesischen Begriff „Kau-Liang-Kiang“, abstammen. Kau-Liang ist der alte Name einer chinesischen Provinz, was auf seine Herkunft schliessen lässt; Alpinia ist nach dem italienischen Botaniker Prosper Alpinus benannt; officinarum weist auf die Verwendung in der Offizin, der Apotheke, hin.

Umgangssprachliche Namen

Galgant, Galgantwurzel, Fieberwurzel, Kleiner Galgant, Echter Galgant, Siam-Ingwer

 

Familie

Ingwergewächse (Zingiberaceae)

Botanische Beschreibung

Der Galgant ist eine Ingwer ähnlich aussehende Staude mit einem ca. 1,5 cm dicken Rhizom (horizontal kriechender Spross, irreführend auch ‚Wurzelstock’ genannt). Das Rhizom treibt aufrechte, bis zu zwei Meter hohe Stängel mit weißen, duftenden Blüten.

Vorkommen

Ursprünglich ist der Galgant wahrscheinlich an der Süd- und Ostküste der chinesischen Insel Hainan heimisch. Kultiviert wird er in China, ferner in Thailand, Indien, Indonesien, Vietnam sowie auf Sri Lanka.

Geschichte

Der Galgant wurde in China und Indien schon im Altertum als Magenmittel benutzt. Der griechische Geschichtsschreiber Plutarch erwähnte die Pflanze im 1. Jh. n. Chr. Die im 9. und 10. Jh. lebenden arabischen Ärzte Avicenna und Alkindi rühmten den Galgant als geschätztes Heilmittel und haben wesentlich zu seiner Verbreitung im Abendland beigetragen. Im Mittelalter war das getrocknete Rhizom, dem Ingwer ähnlich, ein beliebtes Gewürz und wurde als aromatisches Stimulans verwendet. In Deutschland wurde die Arznei seit dem 8. Jh. benutzt. Hildegard von Bingen (12. Jh.) rühmt sie in ihren Schriften als das „Gewürz des Lebens“. Sie empfahl den Galgant sowohl bei Herzleiden als auch bei Magen- und Darmerkrankungen. Galgant ist auch Bestandteil von Gewürzmischungen wie Curry und wird bei der Herstellung von Kräuterlikör geschätzt. Er schmeckt bitter-aromatisch und schwach brennend.

Verwendete Pflanzenteile / Wirkstoffe

Das Rhizom enthält ätherisches Öl, Scharfstoffe (Diarylheptanoide, Gingerole), Flavonoide (v.a. Galangin) und das Gerbstoffrot, das für die rötliche Farbe des Rhizoms verantwortlich ist. Medizinisch werden entweder das getrocknete Rhizom (Galangae rhizoma) oder das aus dem Rhizom gewonnene ätherische Öl (Galangae aetheroleum) verwendet.

Wirkung

Das ätherische Öl im Galgant wirkt spasmolytisch (krampflösend), entzündungshemmend und antibakteriell. Die Scharfstoffe insbesondere gelten als desensibilisierend auf gereizte Magennerven, prokinetisch (bewegungsfördernd) und antiemetisch (brechreizhemmend). Insgesamt wirkt Galgant verdauungsfördernd, cholagog (galletreibend) und appetitanregend. Aus diesem Grund wird er nach westlicher Tradition und Erkenntnis zur Behandlung von dyspeptischen Beschwerden wie Magenschmerzen, Blähungen, Übelkeit und Brechreiz sowie Appetitlosigkeit, ferner bei Gallenkoliken eingesetzt.

Bedeutung in der Tibetischen Medizin

In der tibetischen Medizin werden drei Typen von ‚medizinischem Ingwer’ (sman sga) verwendet, die sich in der Farbe (weiss, rot, gelb) und dem Ölgehalt unterscheiden. Dong gra ist rötlich gefärbt und reichlich ölhaltig.

Name: Dong gra (synonym: sga dmar)
Geschmack: scharf, süss und rau
Wirkprinzip: Wärmend

Anwendungsbereich
Dong gra fördert nach tibetischer Anschauung die Verdauungshitze, sorgt für eine gute Nährstoffaufnahme, regt den Appetit an und wirkt gegen Blähungen.