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Tibetische Medizin in der Gegenwart
 

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Tibetische Medizin heute: in Tibet, Indien und Europa

Vor der chinesischen Besetzung Tibets 1959 gab es zwei Medizinzentren in der Hauptstadt Lhasa: Chakpori und Men-Tsi-Khang. Während der Kulturrevolution wurden das Chakpori und viele wertvolle Schriften zerstört; durch den Tod vieler Ärzte ging ein Teil des überlieferten praktischen Wissens verloren. Das Men-Tsi-Khang in Lhasa hat glücklicherweise diese Zeit überdauert und die Tibetische Medizin wird heute in Tibet wieder gelehrt und praktiziert.

1961 gründete die tibetische Exilregierung in Nordindien das Tibetan Medical & Astro Institute (TMAI) neu. Das TMAI hat die Ziele, das traditionelle Wissen der Tibetischen Medizin und der Astrologie zu konservieren, zu fördern und zu entwickeln. Heute gibt es in Indien eine grössere Anzahl Tochterkliniken. Auch das Chakpori-Institut wurde in Indien neu gegründet.

Auch in Europa erfreut sich die Tibetische Medizin immer grösserer Beliebtheit. Seit 1969 stellt die PADMA AG in der Schweiz Heilmittel gemäss tibetischer Rezeptur her. Die PADMA AG setzt sich ein für den Brückenschlag zwischen Ost und West. Denn genauso wie für uns im Westen die tibetische Heilkunde einen wichtigen Beitrag zur Behandlung und Prävention von Krankheiten liefern kann, ist für die Erhaltung der tibetischen Kultur auch die Bestätigung durch moderne wissenschaftliche Forschung ein wichtiger Beitrag zu einem neuen Selbstverständnis.

Tibetische Medizin im Westen

Seit der Besetzung Tibets durch China 1959 ist die tibetische Kultur bedroht. Deshalb ist es für die Tibeter von besonderer Wichtigkeit, ihre medizinische Tradition in ihrer Vollständigkeit und Authentizität zu bewahren.

Tatsächlich sind in der Tibetischen Medizin über tausend verschiedene Rezepturen bekannt, die in der Form von Pillen, Abkochungen, Salben, Tees etc. verwendet werden. Speziell ist, dass sich alle Rezepturen durch eine Vielfalt verschiedener Bestandteile auszeichnen. Rund dreihundert Medikamente werden heute noch regelmässig hergestellt und verschrieben.

Traditionellerweise verschreibt der Tibetische Arzt jedem Patienten nach einer sorgfältigen Untersuchung eine individuelle Zusammenstellung von Rezepturen. Die Zusammenstellung der Medikamente orientiert sich an der Konstitution und der gegenwärtigen gesundheitlichen Verfassung des Patienten.

Bis heute ist das Wissen der Tibetischen Medizin in den industrialisierten Ländern jedoch nur fragmentarisch vorhanden. In Europa können nur vereinzelte Tibetische ÄrztInnen Gesundheits- oder Ernährungsberatungen durchführen (Beratungen sind möglich beim NSTG in Holland, in Spanien beim Tibetan Medical Center, in Italien beim New Yuthok Institute for Tibetan Medicine in Milano und in der Schweiz)

Die Tibetische Medizin ist im Westen im Allgemeinen weit von einer offiziellen Anerkennung entfernt. Nur die wissenschaftliche Erforschung und Dokumentierung der Wirksamkeit tibetischer Heilmittel und Therapiemethoden kann eine breite Anerkennung langfristig bewirken. Die Schweiz nimmt diesbezüglich eine Vorreiterstellung ein, indem die Interkantonale Kontrollstelle für Heilmittel der Schweiz, IKS, die komplementärmedizinische Kategorie "Tibetische Heilmittel" anerkennt.

Beitrag der PADMA AG

Die PADMA AG nimmt nicht für sich in Anspruch, traditionelle Tibetische Medizin zu betreiben. Ihr Ziel ist es vielmehr, die Wirksamkeit des alten Heilwissens mit modernen Forschungsmethoden zu belegen und der Tibetischen Medizin dadurch in der westlichen Welt zur vollen Anerkennung zu verhelfen.

Der Dialog zwischen wissenschaftlichen ForscherInnen und traditionellen Tibetischen ÄrztInnen bildet ein wichtiges Element dieses Prozesses. Er fördert das Verständnis füreinander und zeigt auf beiden Seiten die Grenzen und Möglichkeiten auf. Es besteht ein reger Austausch zwischen der PADMA AG und traditionellen Tibetischen ÄrztInnen und PharmakologInnen aus Tibet, Indien und Burjatien, sowie in Europa sesshaft gewordenen Tibetischen ÄrztInnen.

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