Indische Malve (Sida cordifolia L.)
Wissenschaftlicher Name
Sida cordifolia L.
Umgangssprachliche Namen
Sandmalve, Bala, Sidakraut (Oberirdischer Teil)
Familie
Malvengewächse (Malvaceae)
Vorkommen
Wird in Indien seit 2000 Jahren als Heilpflanze angebaut. Gedeiht auch in tropischen und subtropischen Regionen Afrikas und Brasiliens.
Botanische Beschreibung
Die Indische Malve wird bis zu 1,5 Meter gross. Sie verfügt über herzförmige behaarte Blätter und gelbe Blüten. Dank ihres ausgeprägten Wurzelsystems kann sie auch auf nährstoffarmen Böden überleben. Die Pflanze ist mehrjährig.
Geschichte
Die Sandmalve ist eine der ältesten Heilpflanzen des indischen Subkontinents und wird heute dort in allen traditionellen Medizinsystemen verwendet. In der ayurvedischen Medizin wird sie als Verjüngungsmittel (Rasayana) verehrt und als Tonikum zur Stärkung des Herzens verwendet. Vor allem die Wurzeln werden bei rheumatischen Erkrankungen und bei Krankheiten des Nervensystems, der Harnwege, der Geschlechtsorgane und des Blutes eingesetzt. Die Blätter werden zu einer schleimigen Infusion gegen Fieber verarbeitet und die Samen gelten als Aphrodisiakum. Auch in der afrikanischen und brasilianischen Volksmedizin wird die Pflanze vielfältig eingesetzt, v.a. bei Asthma, Bronchitis und Sinusitis. Dank dem hohen Faseranteil der Stängel dient die Pflanze heute auch als Rohstoff für die Herstellung von Zellulose und Brennmaterial (inklusive Biodiesel).
Verwendete Pflanzenteile/Wirkstoffe
Alle Pflanzenteile werden medizinisch genutzt. Der Wirkstoff aus getrockneten oberirdischen Pflanzenteilen wird als Sidakraut bezeichnet. Die Indische Malve enthält Inhaltsstoffe wie Harze, Harzsäuren, Phytosterole und Alkaloide. Die Angaben in der Literatur zu Art und Gehalt sind allerdings widersprüchlich Die moderne Erforschung der Sida-Alkaloide steckt noch in den Kinderschuhen.
Wirkung
Experimentelle Studien zeigen Folgendes: schmerzstillende, Fieber und Blutzucker senkende, entzündungshemmende, antioxidative und die Leber regenerierende Wirkungen. Wässrige Extrakte sollen eine gefässerweiternde Wirkung haben, den Blutdruck senken und den Herzrhythmus verlangsamen. In sehr hohen Dosen wirken alkoholische Extrakte sedierend. Ein isoliertes Alkaloid, Cryptolepin, wird als Krebstherapeutikum erforscht.
Bedeutung in der Tibetischen Medizin
In den alten Medizintexten der Tibetischen Medizin wird die Arznei als bala oder bedala bezeichnet (aus dem Sanskrit bala/vatyalaka abgeleitet). Sie scheint aber nicht in viele Rezepturen Eingang gefunden zu haben. Gelegentlich wird sie als Vertreterin der Gruppe subtropischer Schlingpflanzen eingesetzt, die unter der Bezeichnung baleka bekannt ist.
Name: bala, bedala, baleka
Geschmack: bitter, süss
Wirkprinzip: kalt
Eigenschaften: kühlend, rau, leicht
Anwendungsbereiche: Die Pflanze wird bei Bronchitis, Sinusitis, Hepatitis, Darmentzündungen, hohem Blutdruck mit schmerzhafter Empfindung sowie verschiedenen Blutkrankheiten eingesetzt.



