Langer Pfeffer (Piper longum L.; Piper retrofractum VAHL)
Wissenschaftlicher Name
Piper longum L.; Piper retrofractum VAHL
Umgangssprachliche Namen
Für die Pflanze: Bengalpfeffer, Langer Pfeffer; Für die Früchte: Brasilianischer Pfeffer, Fliegenpfeffer, Langer Pfeffer, Stangenpfeffer
Familie
Pfeffergewächse (Piperaceae)
Vorkommen
Herkunft: Himalaja, Bangladesh, Indien, Sri Lanka
Botanische Beschreibung
Beim Langen Pfeffer handelt es sich um eine knapp einen Meter hoch wachsende Kletterpflanze. Die zahlreichen Stängel sind an den Enden flaumig behaart. Die Blätter dagegen sind unbehaart, dünn und mit dunkelgrüner, glänzender Oberseite und blasser, stumpfer Unterseite. Die Beeren, die mit ihren Fruchtstielen und der Spindel zu einer einzigen stangenartigen Struktur verwachsen sind, erinnern an Haselkätzchen.
Geschichte
Das Wort "Pfeffer" stammt vom Sanskrit-Namen "pippali" . Die Griechen waren die ersten Europäer, bei denen Pfeffer auf dem Speiseplan stand. Sie nannten das Gewürz "peperi". Die Römer übernahmen die griechische Vorliebe für das Gewürz. Gemäss historischen Quellen wurde der Lange Pfeffer in der späten römischen Küche häufig angewendet. Heutzutage ist dieses Gewürz viel weniger gebräuchlich als der "schwarze Pfeffer" und nur in Spezialgeschäften erhältlich.
Verwendete Pflanzenteile/Wirkstoffe
Die vor der Reife gesammelten Früchte enthalten als Scharfstoffe verschiedene Amide (z.B. Piperin) und als Aromastoffe ätherische Öle.
Wirkung
Den Früchten des Langen Pfeffers wird eine gefäßerweiternde Wirkung zugeschrieben. Sie sind zudem hustenstillend und werden in Indien zur Behandlung von Bronchialasthma, bei Muskelschwäche, Leber- und Gallenleiden sowie bei Befall mit Eingeweidewürmern eingesetzt. Die Ayurveda-Medizin verschreibt sie in Kombination mit anderen Heilpflanzen gegen Übersäuerung des Magens und gegen Darmgeschwüre.
Bedeutung in der Tibetischen Medizin
Name: Pi-pi-ling
Geschmack: süss bis scharf
Eigenschaften: ölig oder mild, scharf
Wirkprinzip: wärmend. Dem Langen Pfeffer wird heisse Qualität zugesprochen, die jedoch die Tripa-Energie nicht anregt (im Gegensatz zum schwarzen Pfeffer).
Anwendungsbereiche: Der Lange Pfeffer wirkt gegen „kalte“ Störungen und kurbelt die Nierenhitze an. Er stimuliert die Spermien- und Eizellenproduktion. Eingesetzt wird er in Kombination mit anderen Heilpflanzen bei Störungen des „Wind-“ und „Schleimprinzips“, Atemproblemen, Schleimbildung im Brustbereich sowie Magenverstimmungen und Blähungen.




