d / e / f 

Pflanzen  / Pflanzenportraits

Gartensalat (Lactuca sativa L.)

Gartensalat blühend
Gartensalat blühend

Wissenschaftlicher Name

Lactuca sativa L.

Umgangssprachliche Namen

Gartenlattich, Lattich, Gartensalat

Familie

Korbblütler (Compositae)

Vorkommen

Auf der ganzen Welt

Botanische Beschreibung

Die Pflanze verfügt über Laubblätter, die rosettenartig zu einem dichten Kopf zusammengeschlossen sind. Dieser wird vom Menschen als Salat geerntet und verzehrt. Wächst die Pflanze weiter, kann sie bis zu einem Meter hoch werden. Der obere Teil besteht aus verästelten Rispen. Die Blüten sind gelb und erinnern im Aussehen an Gänseblümchen.

Geschichte

Vom Gartensalat gibt es über 100 Kulturformen. Die Pflanze stammt vermutlich von der Wildform Lactuca serriola L. (Zaun-Lattich) ab. Der Gartensalat war schon im alten Ägypten medizinisch bekannt.

Bei Hippokrates findet sich bereits ein Hinweis auf "Thridax", eine Arznei, welche aus dem Presssaft von Lactuca sativa L. gewonnen wurde. Griechen und Römer setzten diese als abendliches Beruhigungsmittel ein.

Auch eine schmerzstillende Arznei aus dem Milchsaft verschiedener Lactuca-Arten, "Lactucarium oder Salat-Opium", ist seit dem Altertum bekannt. In Mitteleuropa verbreitete sich die Pflanze über die Gartenkultur der Klöster. Der heute weit verbreitete Kopfsalat (Lactuca sativa var. capitata L.) ist eine Züchtung aus dem Beginn der Neuzeit.

Gartensalat getrocknet
Gartensalat getrocknet

Verwendete Pflanzenteile/Wirkstoffe

Der lateinische Name der Pflanze, "Lactuca", verweist auf den in allen Arten vorkommenden weisslichen Saft in den Stängeln und Blütenständen (lac = lateinisch "Milch"). Er enthält Bitterstoffe wie z.B. das Lactucin, welche der Pflanze helfen, sich gegen Fressfeinde und Schädlinge zu wehren.

Medizinisch verwendet werden die getrockneten Blätter, die Samen, der eingedickte Presssaft (Thridax) und der an Einschnittstellen im Stängel blühender Pflanzen gesammelte und getrocknete Milchsaft (Lactucarium).

Wirkung

In experimentellen Studien konnte eine beruhigende und krampflösende Wirkung des Gartensalats nachgewiesen werden. Auch auf das gestresste Herz soll er sich positiv auswirken.

In der europäischen Heilkunde wurde der Gartensalat als Opium-Ersatz zur Schmerzstillung sogar bei Operationen eingesetzt. Die angeblich opium-ähnliche, schmerzstillende Wirkung des Lactucarium war derjenigen von modernen Schmerzmitteln aber nicht ebenbürtig und Lactucarium verschwand im letzten Jahrhundert aus den offiziellen Arzneibüchern. Blätter aus verschiedenen Lactuca-Arten werden weiterhin als beruhigende und krampflösende Drogen eingesetzt.

Bedeutung in der Tibetischen Medizin

In der Tibetischen Medizin werden verschiedene Lactuca-Arten verwendet, z.B. die im Himalayagebiet beheimatete Lactuca lessertiana (DC.) C.B. Clarke.

Name: rtsa mkhris
Geschmack: bitter
Eigenschaften: kalt, rau und stumpf
Wirkprinzip: kühlend

Anwendungsbereiche: Lactuca lessertiana wird in der Tibetischen Medizin bei Tripa-Erkrankungen, insbesondere bei Nervenleiden, Störungen im Zusammenhang mit der Gallenblase, Gelbsucht und Kopfschmerzen eingesetzt.