Echte Aloe (Aloe barbadensis MILL.)
Wissenschaftlicher Name
lat.Aloe barbadensis MILL.
Umgangssprachliche Namen
Aloe vera, Curaçao-Aloe, Wüstenlilie
Familie
Affodillgewächse (Asphodelaceae, früher Liliaceae)
Vorkommen
Die ursprüngliche Heimat ist unbekannt. Möglicherweise hat sich die Pflanze vom Sudan oder der arabischen Halbinsel aus verbreitet. Kultiviert und verwildert ist sie in Nord-Afrika, im Nahen Osten, in Asien (v.a. Indien), im gesamten südlichen Mittelmeerraum, auf Madeira, den Kapverden und den Kanarischen Inseln. Auch in Mittel- und Südamerika wurde sie eingeführt. Alle Aloearten sind geschützt, weshalb nur Pflanzen aus Anbau verarbeitet werden.
Botanische Beschreibung
Die Pflanze gehört zu den Sukkulenten und kann bis zu 10 Jahre alt werden. Die zahlreichen, bis zu 50 cm langen Blätter sind in einer aufrechten, dichten Rosette angeordnet. Sie sind recht dick und fleischig, grau-grün mit häufig roter Färbung sowie gezähnt. In der Mitte der Rosette entspringt der einfache oder ein- bis zweimal verzweigte Blütenstand mit gelb blühenden Blütentrauben.
Geschichte
Die ältesten Aufzeichnungen zur Anwendung der Aloe stammen aus Ägypten und sind etwa 6000 Jahre alt. Seit dem Altertum wird die Pflanze auch in Europa für innere und äussere Zwecke medizinisch und kosmetisch eingesetzt. Sie galt als Jungbrunnen, Schönheitselixier und Wundheilmittel. Unklar ist allerdings, um welche Aloe- und Zubereitungs-Arten es sich bei den Beschreibungen jeweils handelte.
Verwendete Pflanzenteile/Wirkstoffe
Es werden der eingedickte Blattsaft unter der Bezeichnung "Barbados-Aloe" sowie das sogenannte Aloe-vera-Gel genutzt. Zur Gewinnung des Blattsaftes werden die Blätter unten angeschnitten, so dass der Saft auslaufen kann. Anschliessend wird er getrocknet. Barbados-Aloe enthält abführend wirkende Inhaltsstoffe wie Anthranoide.
Zur Gewinnung des Aloe-vera-Gels wird nach dem Auslaufen des Saftes das Blatt aufgeschnitten, das Speichergewebe herausfiletiert und die im Gewebe gespeicherte Flüssigkeit (das eigentliche "Gel") ausgepresst. Die schleimartige Substanz enthält Polysaccharide, Vitamine, Enzyme, Mineralstoffe, Aminosäuren und Spurenelemente.
Wirkung
Aloe-vera-Gel wird vor allem zu kosmetischen Zwecken eingesetzt. Barbados-Aloe wird häufig in Abführmitteln verwendet, da der Blattsaft über eine zuverlässig abführende Wirkung verfügt.
Durch das Eindicken erhöht sich die Konzentration der dafür verantwortlichen Anthranoide. Deshalb verlangen Arzneimittelbehörden, dass nur Trockenextrakte mit einem vorgegebenen Anthranoid-gehalt verwendet werden dürfen. Ausserdem weist Barbados-Aloe einen bitteren Geschmack auf und regt die Verdauung und den Gallenfluss an.
Bedeutung in der Tibetischen Medizin
Auch die Tibetische Medizin kennt die Aloe. Ihr Name ist von Sanskrit kumari abgeleitet.
Name: ku ma ra
Geschmack: bitter und süss
Wirkprinzip: kühlend
Anwendungsbereiche: Ku ma ra gilt als abführend und verjüngend und wird als Kombinationspartner in Arzneimitteln verwendet, welche bei Vergiftungen, Leber- und Gallenblasen-Erkrankungen, Blutungen sowie Hautkrankheiten eingesetzt werden.



