Mé drö / Me drod (mé= Feuer, drö= Hitze)
In der Tibetischen Medizin kommt der Verdauung eine zentrale Bedeutung zu. Ist sie gestört, kann dies die Entstehung von Krankheiten begünstigen. Eine starke Verdauung zeichnet sich aus, durch ein ausgewogenes Zusammenspiel der drei an der Verdauung beteiligten Energien: dem aufweichenden Beken, dem zersetzenden Tripa und dem feuerähnlichen Lung. Sind diese Energien im Gleichgewicht, hat man eine gutes mé drö, was mit „Verdauungswärme“, umschrieben werden kann. Diese ist für die Zerlegung der Nahrung in Nährstoffe und Ausscheidungsprodukte sowie die gute Aufnahme (Resorption) der Nährstoffe in den Körper zuständig. Verschiedene Faktoren beeinflussen das mé drö. Kalte klimatische Bedingungen oder kühle Nahrung wie zuviel rohes Gemüse dämpfen die Verdauungswärme. Bewegung, Entspannung und warme Mahlzeiten fördern sie. Gemäss tibetischer Gesundheitslehre hat ein Mensch mit ausreichendem mé drö die besten Voraussetzungen für ein langes und gesundes Leben.


